Wenn etwas dazwischenkommt: verpasste Einheiten und wie der Plan reagiert
Ein Plan, der nur für die perfekte Woche gilt, ist ab der zweiten Woche falsch. Deshalb gleicht träjn den Plan laufend mit der Wirklichkeit ab – und die Wirklichkeit kommt aus Strava. Abhaken musst du nichts.
Wann gilt eine Einheit als erledigt?
Tagesweise wird jede geplante Einheit mit deinen Aktivitäten verglichen:
- ab 60 % der geplanten Dauer: erledigt
- ab 25 %: verkürzt
- darunter: verpasst
Eine Aktivität kann dabei nur eine Einheit abdecken – zwei geplante Einheiten mit einer Ausfahrt zu erschlagen, geht nicht. Rennrad und Gravel gelten als austauschbar. Krafttraining bleibt offen, weil es sich aus Strava nicht erkennen lässt.
Genau daran hängt ein Sonderfall: Ist deine Ausfahrt in zwei Aufzeichnungen zerfallen – morgens und abends gefahren, oder der Radcomputer unterwegs gestoppt und neu gestartet –, dann zählt nur die längere, und aus drei geplanten Stunden wird „verkürzt". Solche Tage lassen sich auf der Strava-Seite zu einer Einheit zusammenfassen: Zweimal gestartet, einmal trainiert.
Von Hand abhaken geht weiterhin. Der Haken hängt an Datum und Sportart und nicht an einer Einheits-Kennung – er übersteht deshalb eine Neuberechnung des Plans.
Nachprüfbar statt behauptet
Ein Tippen auf die Einheit zeigt, was daraus geworden ist: die zugeordnete Aktivität mit Dauer, Distanz, Höhenmetern, Puls, Leistung und errechneter Belastung – jeweils mit dem Soll daneben, und mit der Angabe, woraus die Belastung stammt (Leistungsmesser, Puls oder nur Dauer). Darunter steht wie immer der geplante Ablauf.
„Erledigt (aus Strava)" bleibt so eine überprüfbare Aussage und keine Behauptung.
Heute weniger Zeit? Sag es der App
Am besten fällt eine Einheit gar nicht erst aus, sondern wird kleiner: Auf der Heute-Seite steht die geplante Trainingszeit des Tages, und daneben trägst du ein, wie viel heute wirklich geht – weniger, mehr oder „0“. Der Tag passt sich an, bevor etwas ausfällt; die Regeln stehen in Wie viel Zeit hast du wirklich?. Alles Weitere hier handelt von dem Fall, dass es dafür zu spät war.
Die laufende Woche wird nachjustiert
Fällt eine Schlüsseleinheit aus, wandert sie auf einen noch freien Tag derselben Woche. Dabei gelten dieselben Regeln wie bei der ersten Planung: 48 Stunden Abstand zu harten Einheiten und zur langen Einheit. Verdrängt wird dabei höchstens eine ruhige Einheit – die Schlüsseleinheit hat Vorrang vor Grundlagenvolumen.
Zwei Grenzen sind Absicht:
- Verlegt wird höchstens eine Einheit. Alles Weitere entfällt – mit Begründung.
- Nichts wandert in die Folgewoche. Verlorene Trainingszeit ist verloren, und sie zu stapeln ist der schnellste Weg in die Überlastung.
Der Rest der Saison reagiert auf das Gesamtbild
Nicht auf einen schlechten Tag, sondern auf die letzten drei Wochen:
- 85 bis 125 % des Ziels – keine Änderung. Das ist der normale Streubereich eines Lebens mit Beruf.
- unter 85 % – das Zielvolumen wird auf etwa dein Ist plus 10 % zurückgenommen.
- unter 60 % – auf etwa Ist plus 15 %, mindestens aber 55 % des ursprünglichen Ziels. Gekürzt wird dabei beim ruhigen Volumen; die langen und harten Einheiten bleiben.
- Trainingspause ab 7 Tagen – ein bis drei Wiedereinstiegswochen ohne harte Einheiten, mit 60 bis 80 % Volumen und schrittweise steigend. Ist die laufende Woche schon überwiegend vorbei, kommt eine Woche dazu.
- über 125 % – keine automatische Erhöhung. Nur der Hinweis, die Wochenstunden im Profil anzupassen.
Dass es nach unten automatisch geht und nach oben nicht, ist kein Versehen: Weniger zu planen, weil jemand Einheiten verpasst, ist sicher. Mehr zu planen, weil eine Woche gut lief, ist es nicht.
Was dabei unangetastet bleibt
Deine Termine und die Blockstruktur. Angepasst wird das Volumen und der Wiedereinstieg, nie die Zielsetzung. Kein Wettkampf wird verschoben, keine Priorität geändert – das darfst nur du (oder, nach deiner Bestätigung, ein Vorschlag des Beraters).
Taper- und Wettkampfwochen werden nie durch einen Wiedereinstieg überschrieben. Steht das Rennen in drei Tagen, hilft kein Wiederaufbau mehr.
Und: Jeder Eingriff steht im Klartext in der App. Wenn dein Wochenziel plötzlich vier statt sechs Stunden sagt, findest du den Satz dazu auf der Heute- und der Plan-Seite.
Der Unterschied zum Urlaub
Ein eingetragener freier Zeitraum ist eine Ansage vorher: Der Plan legt dort gar nichts hin und kürzt die Woche sauber. Ein Ausfall ist etwas, das passiert ist: Die App sieht ihn erst hinterher und rechnet ihn nach den Regeln oben ein.
Der Unterschied liegt also im Plan, nicht im Rückblick: Wer seinen Urlaub einträgt, hat für diese Woche gar keine Einheiten stehen, die ausfallen könnten. Der Soll-Ist-Vergleich sieht danach trotzdem eine ruhige Zeit – er misst gegen deine Wochenstunden aus dem Profil und kennt keine Urlaube. Nach zwei Wochen Pause steigt die App also so oder so behutsam wieder ein.
Bewusst nicht gebaut
Es gibt keinen Automatismus, der den Plan umbaut, weil eine Zahl sich nicht bewegt hat. Ein solcher Ausbau dürfte, wenn er je käme, nur umverteilen – Intensität rein, ruhiges Volumen raus – und nie das Wochenvolumen erhöhen, und nie in Taper- oder Wettkampfwochen greifen.
Weiterlesen
- Wie dein Plan entsteht – die Regeln, gegen die hier gerechnet wird
- Der Berater – wenn du über eine Anpassung reden willst
- Urlaub und freie Zeiten – der geplante Ausfall
- Eine Einheit, die nie stattfand – was das Häkchen in der Auswertung bewirkt und was nicht
