← Alle Beiträge← All posts

12. August 2026August 12, 2026 So funktioniert träjn träjn

Strava, Belastung und Form: woher die App weiß, wo du stehst

Ohne zu wissen, was du tatsächlich trainiert hast, wäre träjn ein Plangenerator und kein Trainingsbegleiter. Diese Verbindung stellt Strava her.

Verbinden

Auf der Strava-Seite genügt Mit Strava verbinden. Danach fragt Strava dich, ob du das erlauben willst.

Angefragt werden ausschließlich Leserechte. träjn schreibt nichts nach Strava zurück – weder Trainings noch Kommentare noch Änderungen an deinen Aktivitäten. Das ist keine Zurückhaltung, sondern auch eine technische Tatsache: Stravas Schnittstelle kennt gar keinen Weg, geplante Trainings dorthin zu schreiben. Strava ist die Quelle, nicht das Ziel.

Deine Zugangsdaten zu Strava sieht die App nie; sie bekommt nur einen Zugriffstoken, und der liegt verschlüsselt auf dem Server. Trennen kannst du die Verbindung jederzeit auf derselben Seite.

Laden – und nachladen

Beim ersten Mal holt die App deine Trainingshistorie. Danach gibt es zwei Wege:

  • Nachabruf – nur die Einheiten seit dem letzten Abruf, die kommen zum Bestand dazu. Das ist der Alltagsweg: nach der Ausfahrt kurz nachladen, und der Plan hakt ab.
  • Vollständig laden – ersetzt den Bestand. Das ist wichtig zu wissen: Ein voller Abruf überschreibt, er führt nicht zusammen.

Ohne Strava-Konto geht es auch: Der Knopf Beispieldaten laden legt ein Profil, fünf Monate Trainingshistorie und vier aufeinander aufbauende Ziele an. Damit lässt sich die ganze App ansehen, ohne irgendetwas zu verbinden. Beispieldaten und echte Daten werden dabei nie vermischt – sonst stünden erfundene und echte Einheiten nebeneinander, und niemand wüsste mehr, welche welche ist.

Und ohne Strava, aber mit echtem Training? Seit August 2026 steht auf derselben Seite der Baustein Selbst eintragen: eine Einheit von Hand erfassen, die Anzeige von Uhr oder Laufband fotografieren und auslesen lassen, oder den Freigabe-Link einer Garmin-Aktivität einfügen. Eingetragene Einheiten zählen für Belastung, Form und Abhaken wie geladene – und sie überleben jeden Abruf. Alles dazu: Einheiten selbst eintragen.

Eine Aufzeichnung ist nicht immer eine Einheit

Strava kennt nur Aufzeichnungen. Zwei davon können dieselbe Einheit sein – morgens und abends gefahren, oder versehentlich gestoppt und neu gestartet. Auf derselben Seite steht deshalb unter Einheiten zusammenfassen jeder Tag, an dem mehrere Aufzeichnungen derselben Sportart liegen; ein Klick macht daraus eine Einheit, ein zweiter trennt sie wieder. Alles dazu: Zweimal gestartet, einmal trainiert.

Belastungspunkte: eine Stunde an der Schwelle = 100

Jede Aktivität bekommt eine Zahl, die sagt, wie anstrengend sie war. Die Skala ist die gängige: Eine Stunde genau an deiner Schwelle ergibt 100 Punkte.

Gerechnet wird nach dem, was da ist – in dieser Rangfolge:

  1. Wattdaten – am genauesten.
  2. Herzfrequenz über die Herzfrequenzreserve.
  3. Stravas Relative Effort, wenn beides fehlt.
  4. Dauer und Sportart – die gröbste Annahme, aber besser als keine.

Welches Verfahren bei dir wie oft gegriffen hat, steht auf der Strava-Seite unter Datenqualität. Diese Kachel ist wichtiger, als sie aussieht: Sie sagt dir, wie belastbar alle folgenden Zahlen sind. Wer überwiegend in der vierten Zeile landet, sollte die Formkurve als groben Umriss lesen und nicht als Messwert.

Fitness, Ermüdung, Form

Aus den Belastungspunkten entstehen drei Kurven:

  • Fitness – deine Belastung, geglättet über 42 Tage. Das langsame Gedächtnis: was du über Wochen aufgebaut hast.
  • Ermüdung – dieselbe Belastung, geglättet über 7 Tage. Das schnelle Gedächtnis: was noch in den Beinen steckt.
  • Form – die Differenz aus beidem. Deutlich im Minus heißt „müde", deutlich im Plus heißt „frisch, aber vielleicht auch schon abgebaut".
Das ist ein Modell, kein Messwert. Es kennt keinen Schlafmangel, keinen Infekt und keinen Stress im Büro. Es ersetzt nicht dein Körpergefühl – es ordnet es ein.

Die Form geht an zwei Stellen weiter: Sie steht auf der Heute-Seite, und sie ist eine der Ursachen, die die App prüft, wenn ein Fitnessziel nicht vorankommt – tief im Minus heißt dort Ermüdung, und die Antwort darauf ist weniger und nicht mehr.

Die Heute-Seite

Sie fasst das alles zu dem zusammen, was du morgens wissen willst:

  • Die Einheit des Tages mit ihrem vollständigen Ablauf.
  • Deine aktuelle Form – Fitness, Ermüdung, Form nebeneinander.
  • Der Soll-Ist-Vergleich der letzten drei Wochen: geplante gegen tatsächliche Stunden.
  • Der Countdown zum nächsten Ziel.
  • Der Leistungsstand: ob deine Wettkampfziele erreichbar sind, das Urteil über dein Training — und per Tipp in die Formkurve derselbe Blick für jeden früheren Tag. → Der Leistungsstand
  • Falls die App den Plan angepasst hat: warum, im Klartext.

Was die App nicht sieht

Krafttraining lässt sich aus Strava nicht zuverlässig erkennen. Es bleibt deshalb offen, statt als verpasst zu gelten – abhaken kannst du es von Hand.

Die Qualität einer Einheit prüft niemand. Ob deine Intervalle wirklich in der Zielzone lagen, weiß die App nicht; sie sieht Dauer, Distanz, Puls, Leistung und rechnet daraus die Belastung.

Rennrad und Gravel gelten als austauschbar, weil Stravas Einordnung dort unzuverlässig ist. Eine Gravel-Runde erfüllt also auch eine Renneinheit.

Weiterlesen