Der Leistungsstand: wo du stehst – und ob dein Ziel erreichbar ist
Zahlen hatte die Heute-Seite immer: die Formkurve, den Soll-Ist-Vergleich, den Countdown zum nächsten Ziel. Was fehlte, war das Urteil dahinter — läuft es, und reicht es? Genau das beantwortet der Leistungsstand. Von Haus aus zeigt er den heutigen Stand; mit einem Datum wird daraus der Rückblick auf jeden früheren Tag.
Zuerst die Wettkampfziele: erreichbar oder nicht?
Ganz oben stehen deine Wettkämpfe, und zu jedem, der noch bevorsteht, gibt träjn eine Auskunft. Wie sie zustande kommt, hängt davon ab, was dein Ziel ist:
Mit Zielzeit. träjn hält seine eigene Zeitprognose gegen deine Zielzeit — bewusst die Prognose ohne die Zielzeit, denn ein Ziel, das sich an sich selbst misst, wäre immer erreicht. Das Urteil kennt drei Lagen, immer mit den konkreten Zahlen daneben:
- In Reichweite — die Prognose liegt mindestens 2 % unter deiner Zielzeit, und träjn sagt dir, wie viele Minuten Luft das sind.
- Auf der Kante — Prognose und Zielzeit liegen bis zu 5 % auseinander. Das entscheiden Tagesform, Strecke und Verpflegung, keine Rechnung.
- Nach heutigem Stand nicht realistisch — samt der Minuten, die fehlen. Entweder wächst bis dahin die Schwelle, oder die Zielzeit wächst mit der Wirklichkeit.
Feiner unterscheidet träjn absichtlich nicht: Die Prognose selbst ist auf wenige Prozent genau, und ein Urteil, das feiner auflöst als sein Messwerkzeug, wäre Scheingenauigkeit. Und fehlt die Grundlage — beim Rad FTP und Gewicht, beim Laufen das Schwellentempo —, dann sagt träjn, dass es nicht urteilen kann, statt hart zu raten.
Ohne Zielzeit heißt dein Ziel: ankommen. Die ehrlichste Auskunft dazu kommt nicht aus einem Modell, sondern aus deiner Historie. träjn prüft, ob deine längste Einheit der letzten acht Wochen rund 70 % der erwarteten Wettkampfdauer deckt — eine Faustregel der Trainingslehre: Den Rest tragen am Tag selbst Frische und Verpflegung. Reicht die Länge noch nicht, rechnet träjn nach, ob die Zeit bis zum Start für den gesunden Aufbau genügt — 15 bis 20 Minuten mehr pro Woche, die letzten zwei Wochen gehören dem Taper. Dann heißt es „machbar, wenn die lange Einheit noch wächst" — oder ehrlich: nicht mehr aufzuholen. Bei Etappenrennen zählt übrigens der längste einzelne Tag, denn bewältigt werden muss jeder für sich.
Läuft das Training?
Darunter steht die Trainingsbilanz: ein kurzes Urteil, die Zahlen dahinter, und wo etwas zu verbessern ist, ein Rat. Geprüft wird in einer festen Reihenfolge, von der gefährlichsten Fehldeutung zur harmlosesten: erst eine Trainingspause und zu wenig Umfang (gegen dein Wochenziel, im Fenster der letzten drei Wochen), dann Überlastung und ein zu schneller Aufbau — denn wer zu wenig trainiert hat, braucht Regelmäßigkeit und keinen Formrat, und wer überlastet ist, braucht Ruhe und nicht mehr Umfang. Erst wenn Fleiß und Form stimmen, darf ein Ziel auffallen, das trotzdem nicht vorankommt. Und wenn alles passt, steht da genau das: Läuft rund — ohne erfundenen Verbesserungsvorschlag.
Die Maßstäbe sind dabei keine neuen: Es sind dieselben Schwellen, mit denen der Soll-Ist-Vergleich den Plan anpasst und die Formkurve ihre Einordnung trifft. Der Leistungsstand erfindet kein zweites Urteil über dieselben Zahlen.
Die Fitnessziele, ausformuliert
Zuletzt — bewusst als zweite Reihe hinter den Wettkämpfen — deine Fitnessziele: je Ziel ein Satz, der den Weg beschreibt statt nur Prozente zu nennen. Wo du gestartet bist, wo du stehst, was noch fehlt — und ob das Tempo zum Wunschtermin passt: im Plan, etwas zurück, oder so weit hinterher, dass der Termin in diesem Tempo nicht zu halten ist.
Der Rückblick: derselbe Blick für einen früheren Tag
Wähle ein Datum — oder tippe einen Tag direkt in der Formkurve an, die sich dafür von 120 Tagen auf ein Jahr oder die ganze Historie aufziehen lässt. Dann zeigt der Block denselben Stand für damals: Fitness, Ermüdung und Form dieses Tages, die Trainingsbilanz der Wochen davor, die Ziele, wie sie zu dem Zeitpunkt standen — und bei Wettkämpfen, die inzwischen gelaufen sind, die nachgerechnete Form am Start.
Dabei bleibt träjn bei einer Regel: Rückwirkend steht nur da, was die Historie belegt. Was aus deinen Aktivitäten kommt — Formkurve, Wochenumfang, die längste Einheit —, lässt sich für jeden Tag echt rekonstruieren. Was du eintippst — FTP, Gewicht, Handwerte —, zeichnet niemand auf; dort nennt der Rückblick die bekannten Eckwerte (beim Anlegen, heute), statt eine Zahl zu erfinden. Und die Auskunft, ob ein Ziel erreichbar ist, gibt es nur für heute: Sie hängt an deinen heutigen Profilwerten, eine „damalige Erreichbarkeit" daraus wäre erfunden.
Auch der Leistungsstand ist ein Modell, kein Orakel. Die Prognose kennt weder Wind noch Tagesform, die Formkurve weder Schlaf noch Infekt. Er ordnet ein, was die Daten hergeben — entscheiden tust du.
Weiterlesen
- Ziele und Wettkämpfe – wo Zielzeit und Zeitprognose herkommen
- Strava, Belastung und Form – die Formkurve, an der der Rückblick hängt
- Fitnessziele – die zweite Reihe der Ziele
- Warum genau diese Wattzahl? – die Rechnung hinter der Prognose
- Die ganze Bedienungsanleitung: So funktioniert träjn
