Eine Einheit, die nie stattfand — und was das Häkchen daran ändert
Eine Einheit steht in deinem Plan. Du hast sie nie gemacht. Jetzt siehst du sie eine Woche später und klickst sie auf „erledigt“ — zählt sie dann mit?
Die kurze Antwort: teilweise. Die längere ist interessanter, weil sie erklärt, warum zwei Anzeigen in träjn Verschiedenes sagen dürfen, ohne dass eine davon kaputt ist.
Zuerst: was ohne Häkchen passiert
träjn vergleicht jede vergangene Einheit tagesweise mit deinen Aktivitäten. Findet es nichts Passendes, steht die Einheit als verpasst da.
Eine Ausnahme gibt es: Krafttraining landet praktisch nie in einer Aufzeichnung. Dort heißt es deshalb nicht erfasst — die App behauptet nicht, du hättest etwas nicht gemacht, wovon sie ohnehin nichts wissen kann. Seit August 2026 kannst du es ihr aber sagen; wie das geht und was es bewirkt, steht weiter unten.
Was daraus folgt, hängt davon ab, wann die Einheit lag:
- In der laufenden Woche verlegt träjn eine ausgefallene Schlüsseleinheit auf einen noch freien Tag derselben Woche — mit allen Abstandsregeln, die auch bei der ersten Planung gelten. Alles Weitere entfällt, und du liest die Begründung dazu über deinem Plan. Die Regeln im Einzelnen stehen in Wenn etwas dazwischenkommt.
- In einer vergangenen Woche passiert nichts mehr. Die Einheit bleibt als „verpasst“ stehen, die Woche zeigt es in ihrer Bilanz, und damit hat es sich. Nichts wird nachgeholt, nichts wird gestapelt.
Es gibt zwei Auswertungen — und darin liegt die ganze Antwort
„Die Auswertung“ gibt es in träjn nämlich nicht. Es gibt zwei, sie beantworten verschiedene Fragen, und sie benutzen verschiedene Quellen.
Die Wochenbilanz zählt Einheiten
Das ist die Zeile an jeder Woche: 12 Einheiten · 9 erledigt, 1 verkürzt, 2 verpasst. Sie schaut auf deinen Plan und darauf, was aus jeder einzelnen Einheit geworden ist. Sie ist eine Abhakliste.
Der Soll-Ist-Vergleich zählt Stunden — und nur echte
Das ist die Auswertung, die tatsächlich etwas verändert: Sie entscheidet, ob dein Zielvolumen zurückgenommen wird und ob eine Wiedereinstiegswoche kommt. Sie rechnet die tatsächlichen Trainingsstunden der letzten drei Wochen gegen dein Wochenziel aus dem Profil.
Dein Plan kommt darin überhaupt nicht vor. Das ist kein Versäumnis, sondern eine Entscheidung: Um zu sagen, wie viel du vor sechs Wochen hättest trainieren sollen, müsste träjn einen Plan rekonstruieren, den es damals so vielleicht gar nicht gab — du hast seither vielleicht deine Wochenstunden geändert, ein Rennen eingetragen, Urlaub gehabt. Das wäre eine Zahl, die genauer aussieht, als sie ist. Deine tatsächlichen Stunden sind dagegen ein Fakt, und dein Wochenziel im Profil ist deine erklärte Absicht. Gegen diese beiden lässt sich ehrlich rechnen.
Und jetzt das Häkchen
Es wird als Erstes geprüft — noch vor dem Datum und vor der Suche nach einer passenden Aktivität. Es gibt keine Frist: Eine Einheit von vor drei Monaten ist nach einem Klick erledigt.
Es zählt mit:
- In der Wochenbilanz. Die Einheit gilt als erledigt, und zwar mit ihrer vollen geplanten Dauer.
- Bei der Nachjustierung der laufenden Woche. Eine abgehakte Einheit gilt nicht mehr als ausgefallen — träjn versucht also nicht mehr, sie zu verlegen. Wer eine wirklich ausgefallene Einheit abhakt, schaltet damit ungewollt das Nachholen ab.
- In dem, was der Berater sieht. Für ihn ist die Einheit gelaufen.
Es zählt nicht mit:
- Im Soll-Ist-Vergleich. Ein Häkchen erzeugt keine Trainingsstunde. Deine Wochenstunden bleiben, wie sie waren.
- In Fitness, Ermüdung und Form. Diese Kurven entstehen aus der Belastung deiner Aktivitäten, und eine abgehakte Einheit hat keine Belastung — es gibt ja keine Aufzeichnung, aus der sie berechnet werden könnte.
- In den Fitnesszielen, die aus dem Training kommen: Wochenumfang, Trainingstage, längste Einheit.
Praktisch heißt das: Wer drei ausgefallene Wochen nachträglich abhakt, sieht drei grüne Wochen — und daneben unverändert „Deutlich unter dem Wochenziel“, samt zurückgenommenem Volumen. Das ist kein Widerspruch, sondern der Punkt. Das Häkchen ist eine Aussage über eine Einheit, keine über deine Trainingsstunden.
Und seit August 2026: das Nein
Lange konntest du einer Einheit nur eines zurufen: „doch, hab ich gemacht.“ Das Gegenteil ging nicht — und an zwei Stellen fehlte es wirklich.
Beim Krafttraining. Es landet in keiner Aufzeichnung, also blieb es dauerhaft im Ungewissen und tauchte in der Wochenbilanz in keiner Spalte auf. Du liest dort „6 Einheiten · 4 erledigt“ und weißt nicht, ob zwei ausgefallen sind oder ob zwei nur nicht messbar waren. Sagst du jetzt „nicht gemacht“, steht es da: 4 erledigt, 2 ausgefallen. Die Rechnung geht auf.
Bei einer falschen Zuordnung. Ordnet träjn eine Ausfahrt der falschen geplanten Einheit zu, konntest du dem bisher nicht widersprechen — den Knopf gab es dort gar nicht. Jetzt schon: „war nicht diese Einheit“. Und das Wichtigste daran passiert im Hintergrund — die Ausfahrt wird wieder frei und kann der Einheit zufallen, zu der sie wirklich gehört. Eine Aktivität deckt immer nur eine Einheit ab; ohne diesen Schritt bliebe sie an der falschen hängen.
Was auf der Karte steht, sagt dir dabei auch, woher es kommt: „verpasst“ heißt „träjn hat nichts gefunden“, „ausgefallen“ heißt „du hast es gesagt“. Derselbe Unterschied wie zwischen „erledigt“ und „erledigt (aus Strava)“.
Zwei Dinge, die das Nein bewusst nicht tut:
- Es hält den Plan nicht auf. Eine ausgefallene Schlüsseleinheit wird weiter auf einen freien Tag derselben Woche gelegt — ob träjn den Ausfall selbst erkannt hat oder du ihn vermerkst, macht dafür keinen Unterschied. Ein Nein ist eine Auskunft über die Vergangenheit, keine Anweisung.
- Es zieht dir keine Stunden ab. Wie das Häkchen keine erzeugt, nimmt das Nein keine weg. Der Soll-Ist-Vergleich rechnet weiter mit deinen Aufzeichnungen.
Wofür es also gedacht ist
Für Training, das stattgefunden hat und nur nirgends aufgezeichnet ist:
- Krafttraining — der Regelfall, dafür gibt es das Häkchen überhaupt.
- Die Rolle ohne Aufzeichnung.
- Bahnen im Schwimmbad.
- Die Ausfahrt, bei der die Uhr aus blieb.
Ehrlich dazu: Auch in diesen Fällen fehlen die Stunden im Soll-Ist-Vergleich, denn träjn kann nur zählen, was es sieht. Das Häkchen räumt die Anzeige auf und verhindert ein unnötiges Nachholen — eine Aufzeichnung ersetzt es nicht. Wird ein großer Teil deines Trainings nie aufgezeichnet, ist das Wochenziel im Profil die bessere Stellschraube: Es sollte die Stunden abbilden, die auch tatsächlich ankommen. Sonst nimmt träjn dauerhaft Volumen zurück, obwohl du genau im Plan liegst.
Für eine Einheit, die schlicht ausgefallen ist, gilt: Hak sie nicht ab. Hat träjn den Ausfall selbst erkannt, steht er ohnehin da und du musst gar nichts tun. Wo die App nichts sehen kann — Krafttraining — oder wo sie sich vertan hat, sag „nicht gemacht“. Das Nachholen bleibt in beiden Fällen möglich, und für den Rest der Saison rechnet träjn weiter mit dem, was wirklich passiert ist.
Jeder Vermerk lässt sich übrigens wieder zurücknehmen — derselbe Klick.
Ein Detail, das dir auffallen kann
Das Häkchen hängt an Datum und Sportart, nicht an einer Kennung der Einheit. Das ist Absicht: Dein Plan wird bei jeder Änderung komplett neu gerechnet, und dabei ändern sich Kennungen, Titel und Dauer. Das Häkchen soll trotzdem dort bleiben, wo du es gesetzt hast.
Der Preis dafür ist klein, aber sichtbar: Stehen an einem Tag zwei Einheiten derselben Sportart, teilen sie sich ein Häkchen. Ein Klick markiert beide.
Weiterlesen
- Wenn etwas dazwischenkommt – wie ein Ausfall erkannt wird und was der Plan daraufhin tut
- Strava, Form und die Zahlen – woher die Aktivitäten kommen und was daraus gerechnet wird
- Wie dein Plan entsteht – die Regeln, gegen die hier abgeglichen wird
- Die ganze Bedienungsanleitung: So funktioniert träjn
